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Neusiedlersee
Neusiedlersee, by Stefan Pattis
Stand-up-Paddle-Touren

Neusiedlersee

Samstag, 7. Juli 2018
Erkundungen auf dem Stand-Up-Paddling-Board. Diesmal: von Neusiedl nach Podersdorf.

Die Wetterapp sagt, strahlender Sonnenschein und Wind unter zehn Knoten, die ÖBBapp sagt, es fährt ein Zug bis Neusiedl, die Webseite der MoleWest in Neusiedl sagt, es findet das Strandklangfestival statt. Die Boards sind schnell eingepackt, der Zug gerade noch erreicht und nach knapp einer Stunde hält er am Neusiedler Bahnhof. Von dort wären es 40 Minuten Fußweg bis zum See, aber es gibt einen Zubringerbus. Für einen Euro Fahrtkosten steigen wir einige Minuten später direkt vor dem Strandband aus. Der lokale Surfladen erlaubt uns nicht die Boards auf seinem Rasen aufzupumpen, die Dame bei der Strandbadkasse sagt, der Eintritt koste 5,50 Euro, dafür gäbe es eine Rampe. Dann fügt sie ein aber hinzu: am Weg zwischen dem Strandbad und der Mole West kann man Boards kostenlos zu Wasser bringen. Die Begutachtung ergibt aber, dass es fast ein Meter Höhenunterschied zwischen Festland und Seewasser gibt. Der Boden ist betoniert, kein guter Untergrund um Boards aufzupumpen.

Um eine Lösung zu finden, braucht es aufputschende Getränke. In der Mole West spielt Wiener Blond & das Original Wiener Salonensemble, singt am „Meer der Wiener“ davon, dass Wienerinnen ihren Wein mit Mineralwasser trinken, denn sonst ist das Leben nicht spritzig genug. Zu trinken bekommen wir nichts, weil das Lokal ist voll und bei den Barkeeperinnen stapeln sich die Bestellungen.

Am Holzsteg sitzen Leute entspannt auf bunten Plastiksofas, schaukeln in Hängematten, auf den Segelschiffen stehen Picknickkörbe und es werden die ersten Sektflaschen geköpft.

Am Ende des Holzstegs pumpen wir die Boards auf, stellen fest, dass die Wetterapp unrecht hatte, der Wind frischt auf, es ist kalt. Die Windsurferinnen tragen Wetsuits, die Seglerinnen dicke Pullover. Wir lassen die Boards ins Wasser, der Höhenunterschied ist auch hier rund ein Meter. Nach einigen recht skurrilen Verrenkungen schaffen wir es auf die Boards. Begleitet von den Wiener Blond und tosenden Applaus für ihre Lieder paddeln wir auf den See hinaus. Das Wasser ist graubraun mit grünen Einsprengseln, der Wind treibt uns in Richtung Weiden am See und das Paddeln ist noch angenehm, auch wenn die Wellen immer größer werden.

Am Seeufer drehen sich hunderte Windräder, im Schilf hockt der Reiher und am Wasser kreuzen Segelboote. Am fernen Horizont sind die Kitesurfer vor Podersdorf zu sehen. Aus dem Stand-up-paddeln wird bald ein Sit-down-paddeln, die Wellen tragen inzwischen Gischt, die Sonne verzieht sich hinter Wolken und das Seewasser ist kalt.

Nach rund drei Stunden erreichen wir Podersdorf und vor dem Strand ist viel Verkehr. Die Kitesurfer versuchen aus dem Wasser zu kommen, die Windsurfer zischen an uns vorbei, nur dem Reiher ist es egal, er sitzt im Schilf und wartet auf einen Frosch.

Anlegen in Podersdorf ist eine Herausforderung. Die Strände gehören Surfschulen, einem Campingplatz oder zu einem Strandbad. Wir paddeln um den Leuchtturm herum und finden ein paar Stufen die vom See auf eine Promenade führen. Auf einem schmalen Grasstreifen lassen wir die Boards aus, verpacken sie. Auf einem Schild steht zu lesen, dass es verboten ist, von den Stufen aus los zu segeln oder zu paddeln.

Wir machen uns auf die Suche nach einem Lokal. Das Angebot von Toast und Würstel lockt uns nicht, deshalb wählen wir den Seewirt für lauwarmen Fischeintopf und mittelmäßiges Gordon Bleu.

Eine Stunde später sitzen wir im Bus nach Neusiedl und kurz darauf im Zug nach Wien. Fein wars.

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