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Alexandra Gruber
Stadtspaziergang

Hommage an die Hässlichkeit

Mittwoch, 17. Juni 2015
Die „Vienna Ugly Tour“ führt zu den hässlichsten Orten und Gebäuden der Stadt.

„Hätte gerne ein Bild von Quinn gesehen um seine Schönheit zu bewundern“, ätzte ein Poster im Standard-Forum. Was das Gemüt des Internet-Trolls so erhitzte, war ein Artikel über die Vienna Ugly-Tour, der am 22. Mai 2015 in der Online-Ausgabe der Tageszeitung erschienen ist. Dabei ist das Kunstprojekt eigentlich eine Hommage an Wien.

Der Brite Eugene Quinn zeigt Interessierten während eines Stadtspaziergangs „die hässlichsten Gebäude der Stadt“. Mit der Vienna Ugly-Tour wird den Wienern auf humorvolle Art der Fehdehandschuh zugeworfen, und sie heben ihn gerne auf: Im Gegensatz zu gewöhnlichen Besichtigungstouren sind überdurchschnittlich viele Einheimische gekommen. Britischer Humor trifft Wiener Schmäh, könnte man sagen. Das Wien abseits der Klischees wolle er zeigen, sagt Quinn: „Mein Wien ist nicht Sisi-Schnitzel-Schönbrunn-Spanische Hofreitschule-Sachertorte-Stephansdom. Mein Wien ist Gürtel Nightwalk, FM4, Cafe Phil, Museumsquartier und die Graffitis am Donaukanal.“ Die reale Stadt sei lebendig und fröhlich, das alte und verstaubte Fantasiebild nur für Touristen.“

Wenn Vladimir Putin ein Haus wäre…

Das erste Gebäude, auf Quinns „schiacher“ Liste ist ein architektonischer Alptraum in Pink. Seit sechs Jahren wird es zum Verkauf angeboten, bisher ohne Erfolg. „Der Besitzer sitzt im Gefängnis, aber nicht wegen „schlechten Geschmacks, sondern wegen Betrugs.“ Dann marschiert er in seiner orange leuchtenden Arbeitshose weiter und stößt die Stadtspaziergänger mit der Nase auf grotesk bemalte Zinshäuser, graue Fassaden und bizarren Stilmix. „Wenn dieser Kasten eine Person wäre, dann wäre er Vladimir Putin. Klein, aber mit großen Ideen“, spottet er über ein Gebäude in der Nähe des Donaukanals.

Die traurigen Underdogs feiern

Geschmackloses, Kitschiges und Überladenes liegt auf dem Weg vom Karmelitermarkt bis zum Heldenplatz, gut versteckt zwischen Wiens imperialer Pracht. „Jeder spricht über die Hofburg, aber niemand redet über diese traurigen Underdogs. Aber wir feiern sie“, sagt Quinn. Wer oder was ein städtebaulicher Unterdog ist, liegt selbstverständlich im Auge des Betrachters. „Die Franzosen wollten den Eiffelturm nicht, die Londoner haben während der Bauzeit die St.Paul’s Cathedral gehasst“, sagt Quinn. „Im Hässlichen liegt auch immer viel Schönheit. Und es wird nie langweilig.“

Die Ugly Tours werden tagsüber oder in der Nacht abgehalten. Die Teilnahme kostet € 5.-
Termine und Treffpunkt werden hier bekanntgegeben:

spaceandplace.at

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