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Screenshot Twitter
Film

20 Minuten mit Zach Braff

Mittwoch, 15. Oktober 2014
Zach Braff besuchte Wien. Er war auf „European-Beard-Promotour“ für seinen neuen Film „Wish I was here“. dieZeitschrift hat ihn zusammen mit 15 anderen Bloggern und Journalisten in einem Hotelzimmer getroffen und erfahren, was Arnold Schwarzenegger ihm geraten hat, warum er kein Crowdfunding-Botschafter mehr sein will und welche Eigenschaften seine Traumfrau haben sollte.

Er sieht müde aus. Die Haare zerzaust, der Bart grau meliert. Er nennt ihn den „European-Tour-Beard“. Der Schauspieler und Filmemacher Zach Braff tourt seit Wochen durch Europa und bewirbt seinen neuen Film „Wish I was here“.

Sein Flugzeug landet mit zweistündiger Verspätung in Wien. Anschließend interviewen ihn zahlreiche österreichische Print- und Rundfunkjournalisten. Danach spricht er zwanzig Minuten mit Bloggern und Journalisten.

Braff schrieb gemeinsam mit seinem Bruder Adam das Drehbuch zu „Wish I was here“. Es basiert auf Adams Erfahrungen: Er versorgt die Kinder, während seine Frau arbeiten geht. Im Film geht Sarah Bloom (Kate Hudson) arbeiten während ihr Ehemann Aidan (Zach Braff) versucht, seinen Lebenstraum als Schauspieler zu erfüllen.

Zach-Braff-Ego-Show

Zach Braff finanzierte einen Teil seines Films via die Crowd
Screenshot Kickstarter

Zach finanzierte rund die Hälfte der Produktionskosten des Films über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. 46.520 Backers unterstützten den Film mit mehr als drei Millionen US-Dollar. Das brachte Braff viel Kritik ein. Es sei eine Zach-Braff-Ego-Show. Amerikanische Blogger fragen sich, warum ein Millionär den digitalen Hut herumgehen lassen muss. Wäre dieser doch für jene, die ihre Projekte nicht selbst finanziell stemmen könnten.

Er habe keine andere Wahl gehabt, als den Film von seinen Fans finanzieren zu lassen: „Ein großes Studio hätte das Drehbuch nicht einmal gelesen und Independent-Studios hätten daran herumgeschnitten. Ich wollte den Film unbedingt genau so machen wie er jetzt ist. Ich habe eine leidenschaftliche Fanbase im Internet. Ich sagte ihnen, ich drehe nicht Scrubs den Film, keine Fortsetzung von Garden State, ich schlage euch eine neue Geschichte vor. Man kritisierte mich, meinte, das würde nie funktionieren. Nach 48 Stunden auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com mussten die Kritiker ihre Geschichten neu schreiben.“ Mehr als zwei Millionen US-Dollar lagen am Konto. Braff erwartet nicht, mit dem Film Geld zu verdienen. Er drehte einen Film mit dem Geld der Fans für seine Fans.

Würde er nochmals einen Film von Fans finanzieren lassen? „Hell no. Ich bin durch die ganze Welt gereist und habe Fragen bezüglich Crowdfunding beantwortet. Die Politik dahinter ist grauenvoll und ich bin kein Politiker. Es war schrecklich ermüdend und gleichzeitig ein großartiges Erlebnis, aber ich will nicht mehr die Stimme des Crowdfunding sein.“

Anti-Schuppen-Shampoo-Werbung

Zach Braff als Kameramann
Wild Bunch Germany

Das Minibudget von sechs Millionen US-Dollar führte dazu, dass Braffs Filmehefrau (Sarah Bloom) Kate Hudson ihre eigene Kleidung im Film trägt, das Crewmitglieder Requisiten von zu Hause mitnahmen, die Cosplayer ihre eigenen Kostüme verwendeten und Zachs Haus als Filmkulisse diente. Dort dürfte es während der Dreharbeiten eng geworden sein: Scrubs-Co-Star Donald Fraison, dessen Frau und seine fünf Kindern wohnen momentan dort, dann zog auch noch Filmsohn Tucker (Pierce Gagnon) mit seinen Eltern ein.

Die Inspiration zum Film hatte er in der Dusche, „wo alle guten Ideen entstehen.“ Ein arbeitsloser Schauspieler, der selbstsüchtig versucht, Karriere zu machen, dessen letzter Auftritt in einem Anti-Schuppen-Shampoo-Werbung war, bis seine alleinverdienende Frau ihm sagt: Es reicht. Dann wird auch noch sein Vater krank und investiert sein Geld in eine obskure Heilklinik und kann die Privatschule der Kinder nicht mehr bezahlen. Also beschließt Aiden seine Kinder selbst zu unterrichten. Was herrlich schief geht, aber eine zentrale Botschaft vermittelt: „You can count on me.“ Ein Feel-Good-Movie mit Happy End.

Karotten

Die österreichischen Blogger sind Braff wohl gesonnen. Sie wollen wissen, ob sein Theaterstück „All you people“ auch verfilmt wird. Nein, eher schreibt er Neues. Ob er ein guter Lehrer wäre. Nein. Ob es Gemeinsamkeiten zwischen dem Frauencharakter Natalie in Garden State und Sarah Bloom gäbe. „Jein. Beide sind starke Frauen, die ihre Männer retten. Ich vermute, ich habe die Phantasie, von einer großartigen Frau gerettet zu werden. Ich mag Frauen die herumalbern, sie zeigen mir, dass ich das Leben nicht allzu ernst nehmen soll.“

Wie das Zusammentreffen mit Arnold Schwarzenegger war? „Ich trainierte im Fitnessstudio, als Arnold Schwarzenegger begleitet von zwei Bodyguards hereinkam. Er war damals noch Gouverneur und inspizierte wohl das Studio. Er blieb vor mir stehen und fragte: „Welches Ziel verfolgen sie mit ihrem Workout?“ Meine Antwort war peinlich: „Well, Governor, I würde gerne so aussehen wie Brad Pitt in Fight Club.“ Darauf sagte Schwarzenegger: „Du musst Karotten essen.“ Also aß Braff zwei Wochen lang Karotten. Ohne Erfolg.

Nach zwanzig Minuten packen die Blogger ihre Notizzettel voller unbeantworteter Fragen ein. Zach Braff ruft die Selfie-Time aus. Charmant verteilt er Komplimente an junge Kolleginnen und lächelt in Handykameras. Dann ist er weg.

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