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Elise Madl
Rezension

Von Liebhabern, Karl May und Geisterfahrern

Freitag, 13. Dezember 2013
Eigentlich fotografiert Philipp Horak für nationale und internationale Publikationen. Vom Verleger Richard Hollinek ließ er sich überreden, Mechaniker-Fahrräder abzulichten. Gemeinsam haben sie 13 handgefertigte Wiener Fahrräder zu „Models“ eines Kalenders gemacht. Das ging nicht ohne Karl May, Geisterfahrern und einem Hund.
Fahrradkalender, Philipp Horak, Hollinek, Mechaniker-Fahrraeder
Elise Madl

Zwischen 1930 und 1980 gab es rund 100 Wiener Fahrradmarken. Manche kamen aus großen Werkstätten, andere wurden in Kellern gebaut. Manche waren innovativ, schräg oder skurril, manche edel und solide. Es scheint, als hätte damals jeder Wiener Fahrradhändler und –mechaniker auch selbst Räder produziert.

Seit einigen Jahren hat sich in Wien eine Sammler- und Liebhaberszene entwickelt. Einer der Liebhaber ist Richard Hollinek. Er bastelt gerne an seinen 12 Fahrrädern herum, als Ausgleich zu seinem Bürojob und weil jedes Rad eine Geschichte hat.

So wurde das schwarz-weiße Design des Jänner-Models „Select“ so ausgewählt, dass es in Zeiten vor dem Farbfernsehen bei den Übertragung der Radrennen besonders gut aussah.

Karl May

Fahrradkalender, Philipp Horak, Hollinek, Mechaniker-Fahrraeder
Elise Madl

Das März-Radl „RIH“ ist nach dem Pferd des Karl-May-Helden Kara Ben Nemsi benannt. Dass der Name gut gewählt war, bewies der Werkstattinhaber Karl Hamedl in der Zwischenkriegszeit: Die Veranstalter waren noch beim Aufbau des Zielbereichs, als Hamedl schon die Ziellinie als Rennsieger überquerte.

Der Vorteil der einfachen Zerlegbarkeit von Mechaniker-Fahrrädern zeigte sich bei einer anderen Gelegenheit: Hamedl wäre mit der Bahn zu spät zu einem Rennen in Frankreich gekommen. Kurzerhand zerlegte er das Fahrrad, schnallte sich die Teile auf den Rücken und ließ sich von seinem Bruder per Motorrad zum Rennen fahren.

Geisterfahrer

Factbox

Jeden Monat sind die wichtigsten Termine rund ums Radeln in Wien eingetragen.
Wiener Räder – Radeln in Wien 2014
Format A3 hoch (297 x 420 mm)
250 g Kunstdruck, spiralisiert mit Aufhänger
Deckblatt plus 12 Monatsblätter
Der Preis beträgt € 19,90 (inkl. Mwst., exkl. Versandkosten)
Bestellung bei wiener-mechanikerraeder

Im Radlager verkauft Philipp Horak die Fotografien.
Größe 60 x 80 für 90 Euro.

Die Konstrukteursszene war von Originalen geprägt: Der Konstrukteur des September-Fahrrads, Franz Sturm, begleitete seine beiden Rennfahrer meistens auf dem Motorrad. In der selbstgebauten Holzkiste fuhr sein Hund mit. Manchmal fuhr er mitten ins Renngeschehen hinein, gern auch als Geisterfahrer.

Von all dem wusste Philipp Horak vor dem Fotoshooting nichts: „Erst beim Fotografieren habe ich bemerkt, wie schön die Fahrräder und deren Geschichten sind“, sagt er. Auch ihn hat nun der Sammelvirus befallen. Er will sich sein erstes Wiener Fahrrad kaufen.

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