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Marliese Mendel
Porträt

Strumpfhosen als Bein-Gemälde

Montag, 30. Dezember 2013
Wenn man Whoopi Goldberg, der britischen Musikerin Kelly Osbourne und dem britischen Modell Karen Elson auf die Beine schaut, entdeckt man manchmal die Kreationen der österreichischen Färbekünstlerin Petra Kräutner. Sie erzählt, was das mit Londoner Taxifahrern, Anarchie und spanischen Büchern zu tun hat.

Petra Kräutner ist alleinerziehende Mutter mit Halbtagsjob, Mode-Anarchistin und Geheimnisträgerin in Sachen Färbekunst. Entgegen aller modischen Trends begann sie vor zehn Jahren, Strumpfhosen bunt zu färben. Inzwischen färbt sie auch Kleinstserien wie Shirts, Seidenponchos und Hosen. Inspirationen holt sie sich zumeist aus der Natur, aber auch aus den Tiefen ihres Plattenspielers, denn sie ist Musikliebhaberin.

Supermodel

Pebelle, Schal, Batik, Strumpfhosen
Alexandra Bondi de Antoni

Abgesehen von gebatikten Leiberln und Hosen in gedeckten Farben sind spätestens seit den 80er-Jahren die wilden bunten Muster nicht mehr modern. Auch Strumpfhosen wurden bis vor kurzem eher als wärmendes, meist einfärbiges Unterziehteil getragen. Aber genau das hat Kräutner mit ihrem Label Pebelle vereint: Strumpfhosen und bunte Muster. Inzwischen sind ihre Kreationen in internationalen Modezeitschriften, in der HBO-Serie True Blood und an den Beinen der Musikerinnen von Fan Death und Supermodel Karen Elson zu sehen.

Ihre Leidenschaft Strumpfhosen zu färben, entdeckte sie als Studentin an der Akademie der Bildenden Künste bei einem Workshop. Nach zwei intensiven Arbeitstagen hingen unzählige bunte Strümpfe auf einer Wäscheleine. Die hinterließen einen nachhaltigen Eindruck auf Kräutner. Das Färben ließ sie nicht mehr los und sie experimentierte weiter.

Zuerst versuchte sie sich an den klassischen Batik-Anwendungen, bis sie schließlich ihre eigene, streng geheimen Färbemethode und Muster entwickelte. Das macht jedes Stück zu einem Unikat, einem Gemälde an Beinen, zu einem Statement der Einzigartigkeit der Trägerin. „Und mich zu einem Tie-Dye-Punk“, sagt sie.

Taxifahrer in London

Pebelle, Schal, Batik, Strumpfhosen
Alexandra Bondi de Antoni

„Vor zehn Jahren ging ich mit meinen Strumpfhosen zu einigen Wiener Läden, um sie zu verkaufen“, sagt sie. „Vor dem Internet war der Markt noch sehr überschaubar.“ Das änderte sich mit der kurzen Netz-Weltherrschaft von Myspace. Kräutner legte eine Seite an, um in den internationalen Markt vorzustoßen. Schnell kamen positive Reaktionen und die ersten Interviewanfragen von Modebloggern aus Los Angeles. Die Mitglieder von US-Bands wie VUM trugen ihre Kreationen bei Auftritten.

Den ganz großen Durchbruch schaffte sie mit ihren bunten Strümpfe mit Hilfe eines Londoner Taxifahrers. „Mein Ex-Schwiegervater ist Cabbie in London und ein sehr kommunikativer Mann“, sagt sie, „er hatte eine Passagierin, eine Dame die sich zum Modemuseum bringen ließ. Er erzählte ihr von mir und dass ich in Wien als Textildesignerin arbeitete und ganz tolle Strumpfhosen mache. Die Passagierin war Redakteurin bei der britischen ELLE. Sie sagte ihm, dass ich sie kontaktieren soll.“

Kräutner schrieb der Redakteurin ein Mail, und kurz darauf erschien ein Feature mit dem Titel „Re-think tie dye" in ELLE. „Ich habe die Stücke speziell für das Magazin produziert,“ sagt Kräutner. Aber mit der Berühmtheit tat sich auch ein Problem auf. „Ich hatte keinen Vertrieb, die Leute wussten nicht, wo man meine Sachen kaufen kann“, sagt sie. Heute hat sie einen Online-Shop.

Vampire

Pebelle, Schal, Batik, Strumpfhosen
Petra Kräutner

Das Internet half Kräutners Kleidern auch zu einem Auftritt in der US-Vampir-Serie True-Blood. Kräutner schrieb an die Kostümdesignerin, und diese bestellte sofort Trägertops, Strumpfwaren und Stoffe. „Das war eine ziemliche Herausforderung, weil in der Serie naturgemäß mit viel Kunstblut gearbeitet wird“ erzählt Kräutner, „deshalb musste ich von jedem Teil drei idente Stücke produzieren.“ Rutina Wesley, die Darstellerin der Vampirin Tara Thornton, trug in der dritten Staffel eines der Trägertops. In der vierten Staffel wurden dann Pebelles Leggings an einigen Elfen gesichtet.

Camouflage

Factbox

Leggings gibt es ab 38,50 Euro, Strumpfhosen ab 64,90 Euro, Schals ab 75,90 Euro, Socken ab 29,70 und Taschen ab 9,90 Euro.
Zu bestellen im:

Besonders stolz ist die Einzelunternehmerin auf ihre Erwähnung im spanischen Buch „Los 100 mejores diseñadores de moda contemporáneos" von Paz Diman. Die Herausgeberin stellt darin die 100 besten zeitgenössischen Modedesigner vor. Von Kräutners Label zeigt sie die Arbeitsserie „A Forest“. Ihr Ziel war die modische Camouflage, d.h. Stoffe so zu färben, dass die Trägerin beim Waldspaziergang mit der Natur verschmelzen kann.

Pebelles Einzelstücke sind nicht billig, aber universell einsetzbar. Elegant mit High Heels, lässig mit Long Shirt und Sportschuhen, oder verspielt, wenn sie durch ein Loch in der Hose blinzeln.

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