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Alexandra Gruber
Finanzen

Software für Buchhaltungs-Muffel

Dienstag, 29. April 2014
Weil sie Zeit und Nerven schonen wollten, entwickelten zwei Webdesigner ein Buchhaltungs-Online-Programm für Einsteiger und Nichtwirtschaftler.
Patrick Kranzlmüller, Axel Swoboda
Jennifer Kranzlmüller
Kranzlmüller, Swoboda

„Wenn ich schon das Wort Buchhaltung höre, denke ich mir ‚Oh Gott, nein,‘ “ sagt Patrick Kranzlmüller. „Die Thematik ist nicht sehr sexy,“ pflichtet Axel Swoboda bei. Nicht, dass eine Abneigung gegen Buchhaltung sonderlich bemerkenswert wäre. Allerdings machten die beiden Webdesigner daraus vor sieben Jahren eine Tugend und entwickelten ihre eigene Buchhaltungssoftware. Das Produkt heißt bookamat und ermöglicht Selbstständigen, ihre Einnahmen- und Ausgabenrechnungen online zu erledigen. Es errechnet aus den Daten die Umsatzsteuer und bietet Vorlagen für monatlich wiederkehrende Buchungen.

„Ab einem gewissen Zeitpunkt der Selbstständigkeit wollten wir unsere Buchhaltung selber machen, damit wir mehr Überblick haben. Wir fanden aber keine geeignete Software,“ erzählt Swoboda. Die meisten dieser Programme seien für Betriebswirte oder Hak-Absolventen gedacht.„Also haben wir die passende Software einfach selber geschrieben. Zuerst nur für uns, später hatten wir die Idee, das Produkt anzubieten.“ Bookamat ist seit drei Jahren für jeden österreichischen oder deutschen Selbstständigen mietbar. Zielgruppe sei aber definitiv die Kreativwirtschaft, so Kranzlmüller. „Unser Programm ist für EPUS, Vereine oder kleine Firmen ohne viel Warenwirtschaft geeignet.“ Wer noch nicht viel Ahnung von Buchhaltung habe, sei damit ebenfalls gut bedient. „Wir wollten das Ganze auf das Nötigste reduzieren,“ erklärt Swoboda.

Steuerberater mögen Bookamat

„Ich brauche mittlerweile eine halbe Stunde pro Monat für meine Buchhaltung. Dann habe ich die Umsatzsteuervoranmeldung erledigt, und im Prinzip auch die Einkommensteuer“ sagt Kranzlmüller. „Aber wie bei jedem Softwareprodukt muss man sich zumindest minimal damit auseinander setzten. Falls es trotzdem Probleme gibt, können die Leute über ein Feedbackformular nachfragen.“ Seien die Fragen zu komplex, verweise er an einen Steuerberater. Einige dieser Zunft hätten sich bereits wohlwollend über Bookamat geäußert. „Klienten, die ihre Zettelwirtschaft selbst erledigen, haben dadurch mehr Ahnung von der Materie, das erleichtert dem Steuerberater die Arbeit.“

„Kein wirtschaftlicher Background“

Factbox

bookamat kann man dreißig Tage gratis testen, ab dann kostet die Nutzung 100 € Brutto im Jahr.

Als Swoboda sich im Alter von 23 Jahren selbstständig machte, fehlte ihm jegliches Verständnis für Buchhaltung. „Ich wollte nur designen. Die meisten Selbstständigen bieten einfach eine Dienstleistung an und haben keinen wirtschaftlichen Background. Aber jeder von ihnen ist auch ein Geschäftsmann oder eine Geschäftsfrau. Man kommt nicht daran vorbei, sich mit Steuern oder ähnlichem auseinanderzusetzen.“

Er räumt ein, dass die Gesetze für genau diese Selbstständigen nicht gemacht worden seien. Er würde seine Zahlungen gerne einmal im Monat oder im Quartal leisten. „Die Zeiträume sind viel zu lang. Man weiß oft erst Jahre später genau, wie viel Einkommensteuer man zahlen muss.“ Kranzlmüller sieht das ähnlich: „Am liebsten würden wir jedes Jahr nur ungefähr zehn Prozent rauf oder runter verdienen, damit wir keinen Stress haben. Wenn der Unterschied viel mehr ausmacht, ist man dauern mit Nachzahlungen, Vorauszahlungen, Einstufungen beschäftigt. Das ist ein irrer Aufwand.“

Wie viele andere Selbstständige auch beklagen sie, dass sich in Österreich kaum jemand um Kleinstunternehmer kümmern würde. „Wir sind im politischen Radar nicht vorhanden, sagt Swoboda.“ Einen Ratschlag für WKO und Politiker hat er auch parat: „Selbstständige sind Leute, die ein Risiko eingehen, die wollen nicht beim AMS versauern. Und deswegen sollte man ein Umfeld schaffen, dass die Leute unterstützt, und keines, gegen das sie ankämpfen müssen.“

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