Fehlermeldung

  • Deprecated function: Methods with the same name as their class will not be constructors in a future version of PHP; Markdown_Parser has a deprecated constructor in require_once() (Zeile 341 von /www/htdocs/w0115499/!seiten/diezeitschrift.at/includes/module.inc).
  • Deprecated function: Methods with the same name as their class will not be constructors in a future version of PHP; MarkdownExtra_Parser has a deprecated constructor in require_once() (Zeile 341 von /www/htdocs/w0115499/!seiten/diezeitschrift.at/includes/module.inc).
Angelika Goldmann
Serie

„Die freie Schnauze ist mein kreatives Ventil“

Freitag, 28. März 2014
Worüber und warum schreiben die heimischen Top-Blogger, was bieten sie ihren Lesern, was treibt sie an? dieZeitschrift.at hat nachgefragt. Die Wienerin Nunu Kaller startete ihren Blog wegen einer einjährigen selbstverordneten Shoppingdiät.
Nunu Kaller
Elisabeth Mondl

Name: Nunu Kaller
Alter: 32
Wohnort: Wien
Beruf: Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich
Interessen: Faire Mode, DIY, Reisen
Blogname: ichkaufnix.wordpress.com

Blogthema: Ursprünglich begleitete der Blog ein Jahr Shoppingdiät, nach Ablauf des Jahres wurde zu den Bereichen Fast Fashion, Fair Fashion und DIY weitergebloggt.

Blog seit: Jänner 2012
Blog Artikel bisher: 1300
unique visits/Monat: k.A., weil stark variabel
Seitenaufrufe/Monat: k.A.
Facebook-Fans: ca. 2830
Twitter Follower: kein eigener Blog-Twitteraccount. Privater Account: Ca. 230 (gestartet Jan 2014)

Stand: März 2014

Wie fing das mit dem Bloggen an und wieviele Leser hattest du am Anfang?

NK: Die Idee zur Shoppingdiät war da, und unmittelbar danach war die Idee geboren, ein Buch daraus zu machen. Um das Ganze jedoch live zu begleiten und nicht nur ins eigene Tagebuch einzutragen, entstand der Blog. Auch mit dem Hintergedanken, dass das Schwachwerden dann schwerer wird, wenn man es vor zig Lesern zugeben muss.

Was war deine Intention beim Bloggen?

NK: Selbstkontrolle. Einfach nur für mich beschließen, nix zu kaufen – da hätt ich mich beim Schwachwerden nur vor mir selbst rechtfertigen müssen. Vor so vielen Lesern ist das gleich was ganz anderes. Irgendwann habe ich dann entdeckt, dass ich einen Kanal geschaffen hatte, in dem ich Faire Mode vorstellen kann und die ganzen Abgründe der konventionellen Produktion in meine Worte fassen kann, ohne erhobenem Zeigefinger. Macht sehr großen Spaß, ich kann es mir ohne Bloggerei gar nicht mehr vorstellen, weil das einfach im Gegensatz zu beruflichem Schreiben MEIN Ding ist, und niemand quatscht mir rein, wie ich zu schreiben habe. Das heißt, ich kann ungeniert Halbsätze, Dialektausdrücke und Wortwitz einfügen. Herrlich.

„Hauptsache schnell“

Was bietest du deinen Leser, was haben sie davon, wenn sie deinen Blog lesen?

NK: Meine Leser erfahren bei mir erstens viel über die vorhin schon genannten Abgründe der konventionellen Modeindustrie von Bangladesch bis Chemieeinsatz, ich stelle zweitens gerne faire Modelabels vor, die es anders machen wollen, fair und bio, drittens ist DIY als faire Produktion für mich ein großes Hobby geworden, das ich auch vorstelle, und viertens gibt’s auch immer wieder meine persönlichen Gedanken, Überlegungen und Blödheiten. Ich versuche, konsequent am Thema zu bleiben und mir keine neuen Spielplätze aufzumachen – ich halte Monothematik für große Erfolgsfaktoren von Blogs. Wer was zu fairer Mode lesen will, liest bei mir, Punkt.

Wieviel Zeit wendest du pro Woche für deinen Blog auf?

NK: Ich schreibe schnell und meist verwende ich die Erstversion, und meine Fotoqualität lässt massiv zu wünschen übrig (Handy gezückt – klick – hochladen – fertig. Hauptsache, schnell). Zur Erstellung der Beiträge kann man in etwa 15-30 Minuten pro Beitrag im Durchschnitt rechnen, ich poste so gut wie täglich. Dann kommt noch das Kommentare freischalten dazu, das passiert immer schnell nebenbei, da summiert sich aber auch etwas zusammen. Alles in allem ist der Blog jedoch immer noch ein Nebenbei, kein Hauptding. Ich arbeite Vollzeit, und der Blog findet so gut wie nicht in meiner Arbeitszeit statt.

„Fast Fashion vs. Fair Fashion“

Was ist dein Hauptberuf?

NK: Durch meine Shoppingdiät und die intensive Beschäftigung damit auf meinem Blog hat mich das Thema Fast Fashion vs. Fair Fashion bis in die Haarspitzen hinein gepackt. Das dürften auch andere festgestellt haben, denn seit Mitte Jänner bin ich Konsumentensprecherin bei Greenpeace und dort auch für die Detox-Kampagne in Österreich zuständig, was mich sehr glücklich macht.

Aus deinem Blog ist ein Buch entstanden. Wie bist du auf die Idee gekommen bzw. ist ein Verlag an dich herangetreten?

NK: Die Entstehungsgeschichte zum Buch war eine eher ungewöhnliche, meine liebste Buchhändlerin in Wien hat da etwas „gekuppelt“ – mit wunderbarem Ergebnis! Die Idee zum Buch war bereits zu Anfang des (Blog-)Projekts da, ich freue mich unglaublich, dass ich dies auch wirklich umsetzen konnte, ich weiß, dass das eine sehr besondere Chance ist, die ich da bekommen habe.

„Bloggen hat mein Leben auf den Kopf gestellt“

Was hat das Bloggen in deinem Leben verändert?

NK: Es hat mein Leben – zumindest mein berufliches Leben – komplett auf den Kopf gestellt. Mein Blog wurde ohne mein Zutun sehr schnell medial breit bekannt, und diese Bekanntheit führte wohl auch zu meinem neuen Job. Aber selbst, wenn ich diesen Job nicht hätte: Ich habe durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema und dem Bloggen zwei Dinge festgestellt: Erstens wird mich das Thema Mode, ob fair oder fast, beruflich und privat wohl noch lange Zeit begleiten, zweitens habe ich wieder bemerkt, wie sehr das Schreiben, vor allem „frei Schnauze“ wie im Blog, mein kreatives Ventil ist.

Was macht dich persönlich zur Expertin für dein Thema?

NK: Das müssen andere beurteilen. Ich weiß nur, dass ich seit zwei Jahren jeden Fitzel Information zum Thema aufsauge wie ein Schwamm – aber ob mich das „nur“ zur Informierten oder schon zur Expertin macht, diese Kategorisierung steht mir selbst nicht zu.

Auf welchen Kanälen können deine Leser mit dir in Kontakt treten?

NK: Am besten entweder auf meiner Facebookseite facebook.com/ichkaufnix oder per Email.

„Ich will für meine Artikel kein Geld“

Wann war der letzte Tag, an dem du komplett offline warst?

NK: Gestern. Wobei, gilt nicht ganz, der Liebste neben mir war online und wir haben gemeinsam nach Hotels und Appartements gesucht. So wirklich wirklich offline war ich auch sicher Mal innerhalb der letzten drei Wochen. Solche Tage (meist Samstage) mache ich immer wieder. Falls sich wer wundert: Ich produziere meine Blogbeiträge meist ein, zwei Tage im Voraus.

Wie wirken sich die verschiedenen Social-Media-Kanäle auf deinen Blog aus?

NK: Von Facebook kommen sehr viele Refers, und auch Twitter wird immer stärker, ist jedoch noch kein Vergleich zu Facebook – wahrscheinlich, weil ich die FB-Seite auch mehr betreue als den Twitteraccount.

Kann man in Österreich mit Bloggen Geld verdienen?

NK: Mit dieser Frage beschäftige ich mich nicht, weil ich es nicht will. Ich will für keinen meiner Artikel Geld bekommen, da mir das sehr viel Unabhängigkeit und der thematischen und stilistischen Freiheit nehmen würde, die mir immens wichtig ist. Der Blog soll immer mein Privatprojekt bleiben und keine Einnahmequelle. Dass es möglich ist, mit einem Blog etwas zu verdienen, weiß ich jedoch von diversen Fashionbloggerinnen.

„Nicht unbedingt auf Erfolg hoffen“

Wie kommst du auf deine Inhalte?

NK: Nachrichtenportale, Inspirationen im Web, andere Blogs, eigene kreative Einfälle, Bücher zum Thema, die ich lese, usw….

Wieviel Prozent deiner Leser sind aus nicht aus Österreich?

NK: Seit das Buch veröffentlicht ist: Etwas mehr als die Hälfte, grob geschätzt. Allerdings variiert das auch sehr von Tag zu Tag, ich poste ja auch oft sehr Wien-lastiges, das ist den Deutschen dann doch eher wurscht ….

Hast du Tipps für Leute, die als Blogger einsteigen wollen?

NK: Drauflos und nicht unbedingt auf Erfolg hoffen, sondern authentisch über das schreiben, was man vermitteln will. Wenn der Blog gut ist, wird sich Erfolg einstellen. Und manchmal ist das Bloggen selbst so ein Ventil, dass bereits das Schreiben ein Erfolg ist, egal, ob es viele Leute lesen oder nicht.

Share this content.