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Alexandra Gruber
Rezension

Buch eines Nobelpreisträgers, leicht verständlich

Sonntag, 21. Juni 2015
Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman erklärt, was in unseren Köpfen passiert, wenn wir versuchen, 42 und 27 zu multiplizieren oder im Gesichtsausdruck unseres Gegenübers zu lesen. Wie gelangen wir zu unseren Erkenntnissen und Entscheidungen und welche Rolle spielt die Ausprägung dieser Fähigkeiten in Berufs- und Privatleben?

Mein anfänglicher respektvoller Sicherheitsabstand bzw. meine Befürchtung, dass ich nicht in der Lage sein werde, das Buch zu verstehen – Daniel Kahneman hat 2012 gemeinsam mit Vernon L. Smith den Wirtschaftsnobelpreis bekommen – erweist sich ab der ersten Seite als obsolet.

Ohne herablassend oder besserwisserisch zu wirken, erläutert Kahneman die höchst komplexe Materie der menschlichen Entscheidungsfindung und offenbart schon im Vorwort eine neue Sicht auf die eigenen Denkmuster und Meinungsbildungsstrategien. Mit der Schilderung der Themenfindung zeigt sich Kahneman als höchst sympathischer Autor und ganz nebenbei dürfen wir erfahren, dass Nobelpreisträger auch nur Menschen sind.

Das Wissen, wie wir denken, zu unseren Meinungen und schließlich zu unseren Entscheidungen gelangen, welche Arten zu denken für welche Problemstellungen oder Situationen geeignet sind, wie wir diese bewusst anwenden und warum, dargelegt jenseits von motivationsrednerischen Weisheiten, ermöglichen eine neue Art von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit.

Macht sich gut auf der Leseliste

Kahneman
Verlagsgruppe Random House GmbH, Muenchen

Weit jenseits von herkömmlicher Ratgeberliteratur liefert Kahneman Wissen und Bewusstsein, ohne den Leserinnen und Lesern Schlussfolgerungen oder Entscheidungen vorwegzunehmen. Das überlässt und fordert er von seinen Lesern ein, schließlich wäre es doch bedenklich, wenn dir in einem Buch über Entscheidungsfindung, ebendiese abgenommen wird.

Fazit: „Schnelles Denken, langsames Denken“ ist nicht nur inhaltlich äußerst interessant und aufschlussreich, es ist auch noch erholsam, das Werk eines Autors zu lesen, der das ihm zur Verfügung gestellte Papier nicht dafür verwendet, um sich selbst eine Ikone zu malen, sondern stattdessen das Verständnis seiner Leserinnen und Leser gekonnt in den Mittelpunkt stellt. Kahnemans Denkmal gilt der Selbstständigkeit, der Wissensfindung und dem reflektierten Handeln. Abgesehen davon kann man nach dem Genuss dieses Buches geruhsam behaupten, man hätte das Buch eines Nobelpreisträgers gelesen und verstanden. Macht sich auch nicht schlecht auf der Leseliste.

Daniel Kahnemann: „Schnelles Denken, langsames Denken“, 2015 bei Pantheon, € 17,50
Seeseiten Buchhandlung, Janis-Joplin-Promenade 6, 1220 Wien
www.seeseiten.at

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